Warum eigentlich nicht?
Meist haben wir Seifensieder:innen eines immer vorrätig und das sind ausreichend Duftöle, sowohl ätherische Öle wie auch Parfumöle. Manche davon verzaubern unsere Nase, machen in Seife aber Schwierigkeiten. Auch die eine oder andere ÄÖ-Mischung mag uns zwar beim Komponieren ganz wunderbar gefallen haben, hat sich zu unserem Bedauern aber in der fertigen Seife als schlecht haltbar erwiesen.
Nun denn, diesmal habe ich mich entschieden, daraus einfach selbst ein Parfum herzustellen. Warum das solange gedauert hat und ich das noch nie zuvor ins Auge gefasst habe, weiß ich eigentlich nicht. Aber jetzt war die Zeit reif und darum geht’s diesmal um DIY-Parfum selber machen.

Das brauchst du!
- Ätherische Öle und/oder Parfümöl
- Weingeist (96% unvergällt)
- destilliertes Wasser (oder Hydrolat)
- Becherglas, Messbecher
- Flasche mit Sprühaufsatz
- evtl. einen kleinen Trichter zum Umfüllen

So gehst du vor!
Das Parfum besteht aus
-
-
- 10 % Duftöl (maximal),
- 10 % Wasser und
- 80 % Weingeist.
-
Beachte, anders als beim Seifensieden arbeitest du hier nicht in Gramm, sondern in Milliliter. Dh. für 100 ml Parfum brauchst du 80 ml Weingeist, 10 ml Wasser (Hydrolat) und 10 ml Duftöl.
Mischt man seinen Duft aus ätherischen Ölen selbst, dann hat sich bei Parfum ein Verhältnis von
-
- 30 % Kopfnote (z.B. Zitrone, Bergamotte, Mandarine)
- 50 % Herznote (z.B. Rose, Ylang Ylang, Muskatellersalbei, Lavendel)
- 20 % Basisnote (z.B. Sandelholz, Vetiver)
als ganz gute Ausgangsbasis erwiesen. Natürlich kann man auch davon abweichen. Um einen ausbalancierten, stimmigen Duft zu komponieren, bedarf es an Wissen und Übung. Verwendet man ein fertiges Parfümöl so erspart man sich die Arbeit des Mischens, außer man möchte auch hier verschiedene Düfte kombinieren.

Was gilt es zu beachten?
- Je nach Anteil des Duftöls in deinem Parfum, wird der Duft länger oder kürzer halten. Zum Ausprobieren starte eher mit wenig, dh. maximal 10% Duftöl – das entspricht einem intensivem Eau de Toilette.
- Verwende ÄÖ und/oder PÖ von kosmetischer Qualität.
- Wirf einen Blick ins IFRA-Zertifikat! Es sagt dir, welche Maximalmenge du für dein DIY-Parfum an Duftöl (ÄÖ und PÖ) verwenden darfst. Entscheidend ist hier die IFRA-Klasse 4. Beachte auch, dass Duftstoffe Allergene beinhalten.
- Lass dein Parfum für einige Tage ruhen/reifen, bevor du es verwendest. Duft braucht Zeit, um sich zu verbinden und zu entwickeln. Das kann auch 2-3 Wochen dauern.
- Alle Angaben ohne Gewähr.


Parfum selber machen: Einige Tipps & FAQ
Kann man auch anderen Alkohol verwenden?
Prinzipiell gilt für den zu verwendenden Alkohol folgendes: Er soll sehr hochprozentig sein und keinen bzw. wenig Eigengeruch aufweisen.
Hast du so einen Alkohol zur Hand, auch wenn es kein Weingeist ist, dann kannst du diesen verwenden. Es werden hierfür meist hochprozentiger Vodka oder Ansatzkorn genannt. Falls dein Alkohol weniger Volumenprozente als Weingeist (96%) hat, dann lass eventuell das Wasser in den Angaben weg. Ersetze die angegebene Wassermenge durch deinen Alkohol.
Mit welcher Menge starten?
Starte mit einer kleinen Menge zum Probieren. Das sind ca. 30 – 50 ml fertiges Parfum. Gefällt dir dein Parfum auf deiner Haut, dann erst mische eine größere Menge.
Etwas Geduld und Schütteln!
Geduld: Lass dein Parfum einige Tage ruhen, bevor du es ausprobierst. Ist es dann endlich soweit, dann ist nochmals etwas Geduld gefragt. D.h. schnuppere nach dem Auftragen nicht gleich daran. Es kann passieren, dass dir dein Parfum sonst zu Alkohol-lastig erscheint. Der Alkohol verflüchtigt sich allerdings relativ schnell und erst dann kannst du dein Parfum richtig beurteilen.
Schütteln: Schüttle dein Parfum ab und an. Es kann passieren (muss aber nicht), dass sich ein feiner Ölfilm oben absetzt. Das ist nicht weiter tragisch, sofern du das Parfum vor Verwendung durchschüttelst. Alternativ könntest du dein Parfum auch abfiltern.
Braunglas oder Klarglas?
Sowohl ätherische Öle wie auch Parfümöle sind lichtempfindlich. Daher ist Braunglas durchaus empfehlenswert. Bei Klarglas bewahre dein Parfum am besten in einem Schrank auf, wenn du es nicht zügig verbrauchst.
Mir hat das Mischen meiner ersten DIY-Parfums sehr viel Spaß gemacht. So sind auch gleich mehrere Varianten entstanden.
-
- Blumig, weil ich Blumen und insbesondere Rosen sehr liebe.
- Wärmend und heimelig, weil mir aktuell ständig kalt ist und ich gegen etwas Vanille absolut nichts habe.
- Spritzig, weil ich mich aufs Frühjahr freue und auch etwas leichtes wollte usw.
Falls auch du dein eigenes Parfum selber machen möchtest, wünsche ich dir dazu viel Glück und Freude!







