Mir ist etwas passiert.
Und zwar ist mir ein Seifenleim so rasant angedickt, dass ich nicht mal mehr die Chance hatte einen Duft unterzurühren. Die Ursache war ein kurz vor Ablauf stehendes Oliventresteröl. Immer schon etwas mühsam in der Verarbeitung, aber das… Mit Müh‘ und Not habe ich die Masse in die Seifenform geklopft, unmotiviert einige Tage später ausgeformt und festgestellt, dass die Seife eigentlich eine gute Konsistenz hat, um sie weiterzuverarbeiten. Da kam die Seifentechnik Soap Curls (Seifenlocken) ins Spiel, die ihren Hype vor einigen Jahren hatte, und darum soll’s diesmal gehen.

Seifentechnik Soap Curls
Bei der Seifentechnik bzw. Seifendesign Soap Curls arbeitet man mit Einlegern. Es werden von einer Seife mittels Gemüseschäler, Käse- oder Seifenhobel dünne Schichten abgeschnitten und diese dann vorsichtig über ein Stäbchen, Glasstab oder Bleistift zu Locken (engl. curls) aufgerollt. Diese platziert man anschließend in einer Seifenform und übergießt sie mit frischem Seifenleim und kann sich bald darauf über eine hübsche neue Seife freuen.


Einfachheit mit Tücken
So einfach meine obige Kurzbeschreibung zur Herstellung der Soap Curls klingt, gibt es jedoch auch einiges zu beachten. Denn die Seife, aus der man die Seifenlocken herstellt, sollte sich nicht nur problemlos einrollen lassen, vor allem sollte sie dabei auch nicht brechen. Im Prinzip werden an sie ähnliche Anforderungen gestellt wie an die Seifen für die Hüllen (Mäntel) der Rimmed Soaps (Mantelseifen). Die Seife darf nicht zu hart bzw. spröde sein, d.h. sie sollte kein Salz oder Natriumlaktat enthalten, und sie sollte die Gelphase durchlaufen haben.
Meine Seife hier war fast etwas zu weich. Sie ließ sich problemlos rollen, dafür war sie etwas zickiger beim Streifen abhobeln. Wahrscheinlich hätte ihr etwas mehr Ruhe vor der Weiterverarbeitung gut getan. Beim nächsten Mal weiß ich es besser.
Ein Kurzvideo zur Herstellung (Short) findet ihr auf meinem YouTube-Kanal oder auch hier auf dem Blog in der Kategorie Videos.

Angaben zur Seife mit Soap Curls
- Verseift wurden Kokosöl, Kakaobutter, Olivenöl, Distelöl HO, Sonnenblume HO, Rizi und dest. Wasser.
- Duft: Mix aus Orange Peel & Melone (Manske) sowie das PÖ Veilchen (Manske).
- Farben: TiO2, Sunset Dazzler und ein verbesserungswürdiger Mix aus roten und blauen Micas für die violette Farbe.
- Formen: Eigenbau
- Siededatum: August 2025
Eine kurze Anmerkung noch zum Schluss. Natürlich wäre es schöner, wenn die Curls (Locken) gleichmäßiger bzw. feiner gerollt und angeordnet wären, aber da es hier in erster Linie um Schadensbegrenzung ging, bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Was meint ihr?







