Zartgrüne Gurkenseife
Im Sommer haben Gurken Hochsaison. Es ist also die beste Zeit, um eine frische und feine Gurkenseife selber zu machen. Wenn überdies alles klappt, wie es soll, wird man mit etwas Glück mit einer natürlichen, zartgrünen Farbe in der fertigen Seife belohnt. Doch gerade diese schöne Farbe hat mir desöfteren Schwierigkeiten bereitet, daher wollte ich es diesmal genauer wissen und darüber will ich euch heute erzählen.

Angekratzter Seifensiederstolz
Meine letzte Gurkenseife liegt schon einige Jährchen zurück. Diese Seife war zwar toll in der Anwendung, jedoch die beige Farbe derselben hat mich mehr als erwartet gestört und auch etwas an meiner Seifensiederehre genagt – viele andere Siederinnen hatten damals herrlich zartgrüne Gurkenseifen… Nun denn, mit genügend Abstand und Distanz habe ich mich nun wiedermal an eine Gurkenseife gewagt. Genauer gesagt, sind es zwei Gurkenseifen geworden.
- Die 1. Variante hatte einen Teil des Gurkensafts als Laugenflüssigkeit, der andere Teil kam direkt in den SL. Diesmal habe ich – im Unterschied zu Gurkenseife vor einigen Jahren – allerdings gleich die ganze Gurke inklusive Gurkenschale durch den Mixer gejagt und nicht nur etwas Gurkenwasser vom Gurkensalat abgezweigt. Das Gurkenwasser war vor Zugabe des NaOH gut gekühlt bzw. leicht angefroren.
- Die 2. Variante verlief analog. Allerdings habe ich überdies noch getrocknete Gurkenschale in Olivenöl ausgezogen (ein Warmauszug über einige Stunden). Das Öl wurde vor Weiterverarbeitung durch ein feines Sieb gegossen.

Abb. 1: Gurke inklusive Schale zerkleinern bzw. pürieren.

Abb. 2: Die frisch pürierte Gurke.

Abb. 3: Gurkensaft durch ein sehr feines Sieb abseihen.

Abb. 4: Nicht erschrecken! Gurkensaft nach Zugabe des NaOH.

Abb. 5: Der frische Seifenleim vor dem Einformen in die Blockform.

Abb. 6: Getrocknete Gurkenschale in Olivenöl pürieren. Nach dem Warmauszug das Öl abseihen.
Angaben zur Gurkenseife
- Verseift wurden Kokosöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl HO, frischer Gurkensaft und etwas Salz.
- Keine weiteren Zusätze.
- Duft: PÖ Gurke (Manske)
- Form: Pfundskerl
- Seifenstempel: Acrylstempel* – vor dem Anwenden mit Alkohol/Weingeist einsprühen.
- Siededatum: Ende Juli 2025

Was sind nun die Unterschiede?
Der Farbunterschied zu meiner alten, vor einigen Jahren gesiedeten Gurkenseife ist offensichtlich. Doch was hat den Unterschied verursacht? Meiner Meinung nach, dass ich diesmal die Gelphase der Seife und ein stärkeres Erwärmen absolut unterdrückt habe. Dafür habe ich sogar die frisch eingeformte Seife zuerst gleich mal für 1-2 Stunden ins Tiefkühlfach gestellt, danach war sie für ca. 1-2 Tage im Kühlschrank und dann durfte sie noch 1-2 Tage bei Zimmertemperatur ruhen. Erst dann habe ich sie ausgeformt und nach einer Wartezeit von einem weiteren Tag geschnitten.
Und der Unterschied von Variante 1 zu Variante 2? In natura ist der minimale Farbunterschied leichter zu erkennen als auf obigem Foto. Aber ganz ehrlich, ob sich dafür der Aufwand des Gurkenschalen-Ölauszugs lohnt, das sei mal dahingestellt.
Nichtsdestotrotz habe ich eine riesige Freude an meinen zartgrünen Gurkenseiferln und meine etwas ramponierte Seifensiederehre hat sich erholt. 😉

Das Resümee
Gurkenseife selber machen ist immer eine gute Idee. Ob allerdings die Benefits, die man der Gurke nachsagt, den Verseifungsprozess überstehen, ist mehr als fraglich. Egal, es hat Spaß gemacht und die Seife wäscht sich fein.
Wermutstropfen, die natürliche Farbe der Gurke ist in der Seife nicht lichtstabil und auch nicht lange haltbar. D.h. die Seife muss an einem dunklen Ort aufbewahrt werden, sonst ist’s mit der Freude um die feingrüne Farbe auch sehr schnell wieder vorbei.
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